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04.10.2019 • 4 min.

Demokratisierung im digitalen Zeitalter

pretty on point • retouching • post production • düsseldorf

Demokratisierung im digitalen Zeitalter: Ob es uns gefällt oder nicht

Ein kleiner, innerer Monolog über das Demokratisieren von Mode, Meinungsbildern sowie von Kunst über die sozioökonomischen Grenzen hinaus.

„Mein T-Shirt von Tigha und meinen Hoodie von LABLD gäbe es nicht, wenn wir nicht mitten im digitalen Zeitalter säßen. Damals brauchte man das Einverständnis eines Mediums wie einem Fernsehsender oder einer Zeitschrift, um Werbung für sein Produkt machen zu können. Heute in der Medienrevolution gibt es YouTube und Co und jeder kann sich und sein Produkt bewerben, befeuern und so die Zielgruppe erreichen. Eine unglaubliche Möglichkeit, diese Öffnung des kommunikativen Raums. Das ehemalige Publikum hat die Medienmacht übernommen.

Aber manchmal frage ich mich schon, ob ein selbsternannter Experte nicht auch eine gewisse Gefahr mit sich bringen kann. Bei manchen Themen wie bei Ernährungsstrategien und Medizin kann ein falscher Rat sicherlich schwerwiegende Folgen haben. Obwohl ich auch denke, dass man heutzutage von der Mündigkeit des Betrachters/Lesers ausgehen dürfen sollte. Jeder hat die Möglichkeit Aussagen zu überprüfen und für gut oder schlecht zu bewerten. Ob es uns gefällt oder nicht, der Trend wird weiter gehen und eine natürliche Selektion auch bei Influencern, Bloggern, Start-ups und Co vornehmen. Da bin ich mir sicher. Die Frage ist, was wird aus den ganzen Irrlichtern, die ohne jegliche intellektuelle Basis eine große Community aufgebaut haben und der natürlichen Selektion zum Opfer fallen? Wird es ein soziales Netz geben, das sie auffängt oder haben sie genug Substanz um einen Neustart zu schaffen?

Spannend finde ich gerade, wie die alte Welt kämpft, um ihren Status zu erhalten und die neue Welt, um Neuerungen zu etablieren. Die alte Welt möchte zum Beispiel in der Kunst ihren elitären Charakter beibehalten und die neue Welt möchte sie für Jedermann zugänglich machen – über die sozioökonomischen Grenzen hinaus. Beispiel Meet Pablo. Das von Daniel Janzen und Nico Sauerland gegründete Unternehmen ist ein Kunstverlag der anderen Art: Die beiden haben sich auf die Produktion und den Vertrieb hochwertiger Editionen spezialisiert. Den Trend von Vermarktungsmodellen wie Pop-Up-Events haben sie aufgegriffen und hieraus das Kunst-Kauf-Magazin „Meet Pablo“ erschaffen. Grenzen werden aufgehoben und hier darf auch ein Werk für 900 Euro neben einem für 90.000 Euro stehen. So entsteht ein innovatives Verkaufsmodell, dass es Künstlern und Kunstinteressierten ermöglicht eigenständig und informiert in den Dialog zu gehen. Radikal demokratisch und spannend.

Ich glaube nicht, dass man Institutionen und deren Arbeitnehmer wie Kuratoren abschaffen muss, um die Kunst zu demokratisieren. Ich denke eher, dass es langfristig eine Chance sein wird, wenn die Besucher wieder mitreden können. Die Chance durch einen sozialen Prozess die Kunst weiter zu entwickeln, um so beispielsweise Museen in Orte demokratischer Mitwirkung umzuwandeln. Meiner Meinung nach geht es darum, der Kunst eine breite gesellschaftliche Bedeutung zurückzugeben. Auch und insbesondere für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder. Es sollte darum gehen Menschen mit Kunst zu ermutigen und durch Kunst eine Gemeinschaft voller Empathie zu schaffen. Ein Konsens scheint gerade unmöglich, aber ich glaube daran.“

Text: Jan Wischermann, Anna Wischermann
Foto: Frank Albrecht on Unsplash

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