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	<title>David Colby Archive - we are pretty on point</title>
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	<description>retouch studio since 1994</description>
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		<title>pretty artist portrait • Wilhelm Moser &#038; David Colby • Teil 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2020 16:26:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[pretty artist portrait]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie viele Gerüchte kursierten damals in der Welt rund um die Künstlerszene in den 80er Jahren?! Es hatte etwas mystisches, aber es wirkte auch immer verrucht, exzentrisch und hemmungslos mit all dem Sex, Drugs and Rock´n´Roll. Wie war es wirklich? Zwei Zeitzeugen und Künstler, die es wissen, sind Wilhelm Moser und David Colby.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://prettyonpoint.de/pretty-artist-portrait-wilhelm-moser-david-colby-teil-2/">pretty artist portrait • Wilhelm Moser &#038; David Colby • Teil 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://prettyonpoint.de">we are pretty on point</a>.</p>
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			<p><strong>„Nur mein Tod ist meine Deadline“</strong></p>
<p><i class="">Ein Gespräch mit David Colby und Willi Moser über eine analoge Welt mit schrägen Vögeln in einer wilden Zeit.</i></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-1514 size-full" src="https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/Willi_David_3235.jpg" alt="" width="1280" height="798" srcset="https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/Willi_David_3235.jpg 1280w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/Willi_David_3235-450x281.jpg 450w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/Willi_David_3235-768x479.jpg 768w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/Willi_David_3235-1200x748.jpg 1200w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/Willi_David_3235-250x156.jpg 250w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/Willi_David_3235-550x343.jpg 550w" sizes="(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Mit eurem Magazin „select“ seid ihr so gesehen der Vorgänger von LinkedIn gewesen. Das analoge LinkedIn.</span></strong></p>
<p id="7cc8" class="graf graf--p graf-after--p"><em>WM:</em> Ja, so könnte man das sagen. Und wir waren alle Freunde unter den Herausgebern der verschiedenen Magazine. Man kannte sich und hat Editorials geschrieben über die anderen Zeitschriften. Wir hatten auch Kontakt nach New York zu Andy Warhol. Der hat uns immer Material geschickt und so etwas. Das war ganz gut. Wir hatten alle Respekt voreinander.</p>
<p><em>DC:</em> Wir waren wie so ein kleiner eingeschworener Club. Man rief sich gegenseitig an und fragte, wie hast Du Armani gekriegt als Anzeigenkunde? Kannst Du mir die Nummer geben? So was, weißt Du. Das war normal sich zu unterstützen.</p>
<p id="141b" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: In einer euren Ausgaben war eine Fotoserie mit der jungen Claudia Schiffer &#8211; Guess Jeans.</span></strong></p>
<p id="6fe1" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">DC:</em> Genau. Diese Serie von Georges Massiano von Guess Jeans. Wir hatten dieses Hotel in Miami und er war da. Er hat dort ein Fotoshooting gemacht und plötzlich kam der Hurrikan Andrew. Massiano hat bis zum letzten Tag mit der ganzen Crew gearbeitet. Dann ist er schnellstmöglich mit seinem Privatjet abgereist und hat unsere englische Managerin mit Kind und Hund mitgenommen. Er hat unsere Angestellte evakuiert &#8211; sozusagen.</p>
<p id="becd" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Ein Hotel in Miami?</span></strong></p>
<p><em>WM:</em> Ja. Wir hatten ja ein bisschen Geld mit den Magazinen verdient und ein Editorial über Miami Beach gemacht. Dort sahen wir diese ganzen Art Decó Gebäude, die so langsam verfielen. Die Fotografen hatten diese „Filmstadt“ bereits für sich entdeckt und waren schon vor Ort. Es war eine tolle Kulisse sowie die Architektur, das Wetter war ideal, es war nicht teuer und das Licht immer schön. Und da dachten wir: So, dieses alte, runtergekommene Dingen „Century“ kaufen wir. In der Lobby stand eine alte Cola-Maschine. Der schöne Terrazzo-Boden war verdeckt von einem widerlichen Teppich. So Auslegeware.</p>
<p><em>DC:</em> Es war ein Hotel für Shootings und Produktionen &#8211; quasi ein Production-Hotel. Du kriegst Frühstück um 6 Uhr morgens, Steamers und Co. Also alles, was Du brauchst für Fotoshootings. Man konnte bei uns wohnen und gleichzeitig arbeiten. Wir hatten auch eine Modelagentur „Clickmodels“ im Hotel als Mieter. Sie haben die Connection bei uns genutzt. Die Fotografen von select kamen alle zu uns. Teilweise konnte man in Miami Beach 200 Teams im Winter pro Tag sehen.</p>
<p><em>WM:</em> Das hat sich später etwas verlaufen. Denn es gab natürlich ganz viele andere Hotels, die Imitationen von uns waren und so eine Struktur aufbauten. Eigentlich waren wir auch schon eine Imitation, da vor uns zwei Hotels das so gemacht haben. Karl Lall und Leslie. Und dann fing das auch an mit diesen Newscafés. Der ganze Oceanbereich hatte sich verändert, wurde immer teurer und wir fanden es nicht mehr so doll. Wir hatten noch ein Restaurant neben unserem Hotel aufgemacht: den Beachclub mit Fullmoon-Partys. Wir waren in der Zeit immer zwischen New York, Miami und Deutschland unterwegs.</p>
<p id="5b41" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Was motiviert euch gerade?</span></strong></p>
<p id="bd25" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">WM:</em> Wir haben sehr unterschiedliche Dinge auf der Agenda. David schreibt gerade sein Buch über seine Kindheit auf Barbados und wir gehen gedanklich schon die nächste Ausgabe von The Manipulator an. Das wird toll. Die letzte Ausgabe ist durch den Film entstanden, bei dessen Entstehung David eine Art Diplomatenrolle hatte.</p>
<p id="cc7f" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Du meinst „The happy Prince“ mit Rupert Everett. Kannst Du uns davon ein wenig erzählen oder ist das alles top secret?</span></strong></p>
<p><em>DC:</em> Das war eine sehr interessante Reise. Sieben Jahre waren das. Ich habe eigentlich erst ziemlich spät im Leben gelernt, wie man einen echten Film finanziert. Das war sehr interessant.</p>
<p><em>WM:</em> Die Producer waren aus Deutschland von BBC und auch von Belgien und Italien. Und das Ganze hat David ein wenig koordiniert.</p>
<p><em>DC:</em> Wenn man ins Kino geht und einen Film schaut, denkt man schon toll, aber wirklich diese Reise zu machen…da lernt man erst wie unheimlich schwer das ist. Die sind so kompliziert. Das hat mich fast umgebracht. Das war viel viel schwieriger als alles, was wir bisher in unserem Leben gemacht haben. 10 Mal schlimmer.</p>
<p id="a220" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Wie habt ihr Rupert kennengelernt?</span></strong></p>
<div class="">
<p><em>WM:</em> Wir kennen Rupert aus Miami. Er wohnte gegenüber von unserem Hotel in einem kleinen Apartment. Da hat er immer morgens Croissants bei uns gegessen zum Frühstück.</p>
<p><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Was das euer erster Kontakt zu ihm?</span></strong></p>
</div>
<p><em>DC:</em> Ne, eigentlich kennen wir ihn vom Love Ball in Paris von Susanne Bartsch. So 1990, glaube ich.</p>
<p><em>WM:</em> Zu dieser Zeit hatten wir auch immer diese großen Silvesterpartys im Century Hotel. Da kamen die ganzen Designer wie Gaultier, Thierry Mugler, Montana…und die haben auch bei uns im Hotel gewohnt.</p>
<p><em>DC:</em> Iman hatte das kleinste Zimmer, aber war ganz happy damit.</p>
<p><em>WM:</em> Ja, sie war echt zufrieden in ihrem Zimmerchen. Sie war immer ganz lieb und bodenständig.</p>
<p id="d06a" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Wie kann man sich eure Partys vorstellen?</span></strong></p>
<p><em>WM:</em> Wir hatten immer ein Thema. Ein Motto. Stone Age, Bauarbeiter Construction Party, Rome is Burning oder Putana Party. Die Kostüme der Designer waren toll. Thierry Mugler hat sich immer alles anfertigen lassen und kam als Zuhälter mit einem goldenen Zahn, Schlagenleder-Anzug, richtig gut gemacht.</p>
<p><em>DC:</em> Das war aber nicht immer einfach &#8211; es wurde viel geklaut und Drogen genommen &#8211; auch vom Personal. Miami ist ein wenig Endstation gewesen.</p>
<p id="5ee0" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;">AW: Woran erinnert ihr euch? Welche Gerüche verbindet ihr mit Miami?</span></strong></p>
<p><em>WM:</em> Ich erinnere mich an den parfümierten Kaffee. Der roch nach Haselnuss oder Zimt. Das machen die Amerikaner gerne. Es roch auch immer nach Meer. Das war schon schön.</p>
<p><em>DC:</em> Ich erinnere mich an einen Morgen. Wir waren gerade dabei das Hotel zu verkaufen. Ich bin zum Newscafé gelaufen, um Zeitungen zu kaufen. Ich habe zu Gianni Versace „gute Morgen“ gesagt. Er wollte eine italienische Zeitung kaufen. Als ich zurück im Hotel war, klingelte das Telefon und man sagte mir, dass Versace erschossen worden sei &#8211; er ist tot. Und ich sagte „Das stimmt nicht, ich habe ihn vor 20 Minuten gesehen. Das ist eine Lüge.“ Es war aber wahr. Er ist von dem Newscafé zu Fuß nach Hause gegangen und wurde da erschossen. 5 Minuten später war er tot. Das war ein Schock für Miami. Das war das Ende einer Ära.</p>
<p><em>WM:</em> Es ging aber nicht um das Thema Sicherheit. Richtig sicher war es dort nie.</p>
<p><em>DC:</em> Das stimmt. Damals, als Miami wieder „in“ wurde, haben die Celebrities Schulter an Schulter mit den normalen und armen Kubanern gelebt. Man nennt das im englischen „Slumming it“. Das war sehr interessant und ein echter Melting Pot. Später waren alle Stars versteckt in ihren großen Häusern. Aber in dieser echten 10 Jahresphase konnte man abends in einen Nachtclub gehen und man sah Madonna mit einem jungen Kerl beim Fummeln. Sie hat auch bei uns im Hotel gefickt. Das war toll. Diese Zeit war aber nach dem Tod von Versace vorbei bzw. verschwand nach und nach.</p>
<p id="76c5" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Ihr habt euch immer wieder neue Wirkungsstätten gesucht.</span></strong></p>
<p><em>WM:</em> Es hat sich bei uns meistens ergeben. Wir haben vieles nicht geplant.</p>
<p><em>DC:</em> Oft waren das aber so Trends. Nehmen wir mal als Beispiel diese Art Magazin wie das select Magazin. Die waren sehr „in“. Es ist dann nicht mehr lange bis es „out“ ist.</p>
<p><em>WM:</em> Deswegen haben wir das Hotel auch verkauft. Die Zeit war einfach vorbei. Wir hatten es 10 Jahre. Das ist aber auch wirklich das absolute Limit. Das Gefühl, wie es dort war, gibt es nicht mehr.</p>
<p><em>DC:</em> Aber der beste Moment für Willi war folgender: Wir haben uns kennengelernt im Jahr 1979. Ich war auf Barbados und er auf Martinique. Er hatte sein ganzes Geld verloren im Casino. Alles. Er musste dann in einem Fischerboot schlafen. Er hatte glücklicherweise noch ein Ticket nach Barbados gehabt.</p>
<p><em>WM:</em> Das habe ich heute noch.</p>
<p><em>DC:</em> So ist Willi nach Barbados gekommen und dort haben wir uns kennengelernt. Er hat zu mir als erstes gesagt: Kannst Du mir 50 Dollar leihen bis mein Agent aus Deutschland in Düsseldorf mir Geld schickt.</p>
<p><em>WM:</em> Nein, nein, nein. Ich sagte: Bis meine Eltern mir aus Düsseldorf Geld schicken.</p>
<p><em>DC:</em> Nein, nein. Du hast gesagt „Dein Kunstagent&#8220;. Und ich fand das schick und dachte mir „Wer hat einen Kunstagenten?!“</p>
<p><em>WM:</em> Ich habe Dir das Geld aber wieder gegeben. Ich war 5 Tage von Peru nach Brasilien unterwegs. Auf diesem Schiff waren 200 oder 300 Leute. Man musste eine Hängematte mitbringen. Das wußte ich aber nicht. Und ich lag da schon in einer Hängematte, als eine Frau kam und an die Matte klopfte. Sie sagte, das wäre ihre. Da musste ich oben auf dem Deck auf einer Holzbank schlafen. Am letzten Tag hat mir jemand eine aufblasbare Luftmatratze gegeben. Und obwohl all meine Sachen da lagen und die Menschen tagsüber dort unterwegs waren, hat nichts gefehlt.</p>
<p><em>DC:</em> Das macht Willi immer glücklich, solch positive Erlebnisse. Er freut sich aber auch, wenn er einen Sonnenbrand bekommt. Das ist nicht normal. Er schläft zum Beispiel gerne in einem Bett mit Sand.</p>
<p><em>WM:</em> Ach quatsch. Das war nur eine Zeit so.</p>
<p><em>DC:</em> Wer macht so etwas?! Kannst Du Dir vorstellen glücklich zu sein, wenn man in einem sandigen Bett schläft?!</p>
<p><em>WM:</em> Das war doch nur vom Strand. Ich habe gerne mal getrunken und da ist einem nachts egal, ob da Sand unter den Füßen oder so ist. Und da hatte ich auch gerne einen Sonnenbrand, weil Du fängst dann an sehr schön zu träumen. Das stimuliert irgendwie die Hirnzellen anders.</p>
<p><em>DC:</em> Ach deswegen trinkst Du?</p>
<p><em>WM:</em> Nein, wegen der Kombination.</p>
<p><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Woran arbeitet ihr aktuell?</span></strong></p>
<p id="5927" class="graf graf--p graf-after--p"><em>WM:</em> Jetzt schreibst Du erst einmal Dein Buch.</p>
<p><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Hast Du Dir eigentlich eine Deadline dafür gegeben?</span></strong></p>
<p id="5927" class="graf graf--p graf-after--p"><em>DC:</em> Nur mein Tod ist meine Deadline.</p>
<p id="6d4b" class="graf graf--p graf-after--p"><strong>Dieser zweite Teil ist nur ein Auszug des gesamten Interviews, das an anderer Stelle komplett abgedruckt und zu lesen sein wird. Dazu später mehr.</strong></p>
<p id="492d" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">Interview/Text:</em> <a class="markup--anchor markup--p-anchor" href="mailto:hello@annawischermann.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-href="mailto:hello@annawischermann.de">Anna Wischermann</a></p>
<p id="c586" class="graf graf--p graf-after--p graf--trailing">#PrettyArtistPortrait #WilhelmMoser #DavidColby #TheManipulator #Select #SelectMagazine #Century #Hotel #Miami #PrettyOnPoint #Interview #AnnaWischermann #BehindTheScreens #PowerToThePupil #Düsseldorf #Postproduktion #Retouching</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div>
</div><p>Der Beitrag <a href="https://prettyonpoint.de/pretty-artist-portrait-wilhelm-moser-david-colby-teil-2/">pretty artist portrait • Wilhelm Moser &#038; David Colby • Teil 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://prettyonpoint.de">we are pretty on point</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>pretty artist portrait • Wilhelm Moser &#038; David Colby • Teil 1</title>
		<link>https://prettyonpoint.de/pretty-artist-portrait-wilhelm-moser-david-colby-part1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[nic]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2020 20:02:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie viele Gerüchte kursierten damals in der Welt rund um die Künstlerszene in den 80er Jahren?! Es hatte etwas mystisches, aber es wirkte auch immer verrucht, exzentrisch und hemmungslos mit all dem Sex, Drugs and Rock´n´Roll. Wie war es wirklich? Zwei Zeitzeugen und Künstler, die es wissen, sind Wilhelm Moser und David Colby.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://prettyonpoint.de/pretty-artist-portrait-wilhelm-moser-david-colby-part1/">pretty artist portrait • Wilhelm Moser &#038; David Colby • Teil 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://prettyonpoint.de">we are pretty on point</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<p><strong>„Wir sind alle durch die Technik gleichgeschaltet worden. So eine Art Egokommunismus“</strong></p>
<p><i class="">Wie viele Gerüchte kursierten damals in der Welt rund um die Künstlerszene in den 80er Jahren?! Es hatte etwas mystisches, aber es wirkte auch immer verrucht, exzentrisch und hemmungslos mit all dem Sex, Drugs and Rock´n´Roll. Wie war es wirklich? Oder gibt es einfach nur viele Wahrheiten? Zwei Zeitzeugen und Künstler, die es wissen, sind Wilhelm Moser (WM) und David Colby (DC). Ein Gespräch mit den Zweien über Dichtung und Wahrheit sowie kleine Anekdoten aus einer spektakulären, analogen Zeit voller Kuriositäten.</i></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-1500 size-full" src="https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/WilliDavid_Part1.jpg" alt="" width="1500" height="871" srcset="https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/WilliDavid_Part1.jpg 1500w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/WilliDavid_Part1-450x261.jpg 450w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/WilliDavid_Part1-768x446.jpg 768w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/WilliDavid_Part1-1200x697.jpg 1200w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/WilliDavid_Part1-250x145.jpg 250w, https://prettyonpoint.de/wp-content/uploads/WilliDavid_Part1-550x319.jpg 550w" sizes="(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Ihr habt die 80er Jahre als Künstler und Herausgeber erlebt. Nehmt uns mal ein Stück mit in die damalige Zeit.</span></strong></p>
<p id="7cc8" class="graf graf--p graf-after--p"><em>WM:</em> Das Magazin The Manipulator gibt es seit 1983<i class="">. </i>Das select Magazin haben wir ein wenig früher auf den Markt gebracht: 1981. Das Ganze hat enorm viel Spaß gemacht. Begonnen hat die Geschichte in Paris. Wir hatten dort eine kleine Bude und überlegt, wie können wir diese hohe Mieten hier bezahlen? Es war ja nur so eine blöde Idee…wir fangen einfach in Paris etwas an.</p>
<p id="141b" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Was habt ihr denn bis dahin in Paris gemacht?</span></strong></p>
<p id="6fe1" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">WM:</em> Bis dahin hatten wir nur Party gemacht. Wir sind einfach immer bis 4 Uhr nachts unterwegs gewesen. So war das damals. Aber das ging natürlich nicht immer so weiter. Man kann ja nicht immer auf der Tasche der Eltern liegen. Man muss irgendwann etwas tun. Und so kam die Idee mit den Zeitschriften, mit dem select Magazin.</p>
<p id="becd" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Gab es denn so etwas in der Art bereits auf dem Markt?</span></strong></p>
<p id="9127" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">WM:</em> Ja, es gab so trendy Magazine wie City und auch Egoïste kam gerade in dieser Zeit auf. So interessante Dinger. Und wir dachten uns, wir machen ein Magazin für Modelagenturen, also wo die Agenturen ihre neuen Köpfe vorstellen können. Ihre Newcomer. Es war aber eigentlich der falsche Ansatz. Wir hatten so ein paar Fotografen kennengelernt, die auch alle weg aus Deutschland sind, um nach Paris zu gehen. Die dachten immer, Paris sei das Paradies für Fotografie. War es ja auch für Mode vor allen Dingen. Da war dann Peter Kapellmann, Klaus Wickrat &#8211; alles so Figuren aus dieser Gegend hier. Die haben uns dann geholfen, dass das Heft auch für Fotografie als Showcase dienen könnte. Dann haben wir das frei verschickt an die Werbeagenturen und immer mehr Fotografen haben darin Seiten gebucht.</p>
<p id="5b41" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Das select Magazin hatte sich also anfangs durch verschiedene Einflüsse weiter entwickelt und ihr habt es immer wieder den Marktbedürfnissen angepaßt?</span></strong></p>
<p id="bd25" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">WM:</em> Genau, es war als Modelmagazin gedacht und klappte überhaupt nicht. Die dachten auch, die bekommen alles umsonst. Aber unsere Zeitschrift basierte auf Anzeigen, um sie zu finanzieren. Jeder Fotograf, der nach und nach dazu kam, hatte es in eine andere Richtung gelenkt und so kam das. Wir haben das Ganze in Deutschland bei der Michelpresse in Hamm gedruckt. Deutschland war unser Ankerpunkt, aber wir hatten nach und nach Büros in New York, London und Agenten in Mailand. Wir druckten 20.000 Exemplare. Die Null hatte 3.000 Exemplare. Wir haben sie sogar selbst verschickt. Briefmarken noch selbst angeleckt. Alles war analog.</p>
<p id="cc7f" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Ihr hattet auch ein Vertriebspärchen in Paris. Nehmt uns mal mit, wie ihr an die beiden gekommen seid.</span></strong></p>
<p id="86ed" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">WM:</em> Sie hatten The Manipulator vertrieben. Das Heft haben sie mitgenommen auf die Modemessen und auch in den Szenecafés verteilt. Die beiden hatten immer die wichtigen Magazine so wie I.D., The Face, Egoïste, Decoris und Interview. The Manipulator war damals das größte Magazin der Welt.</p>
<p><em>DC:</em> Pat und Marc waren quasi Celebrities. Sie haben die ganzen Leute wie Jean Paul Gaultier, Karl Lagerfeld und Thierry Mugler beliefert. Die beiden haben jeden Monat die Zeitungen an diese Personen gebracht. Sie waren mit allen befreundet und kamen dadurch auch bei den Modeschauen in die Hallen.</p>
<p id="a220" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Und wie kam der Kontakt zu den beiden zustande?</span></strong></p>
<div class="">
<p><em>DC:</em> Sie haben uns angerufen, weil sie The Manipulator mit in ihrem Sortiment haben wollten.</p>
<p><em>WM:</em> Aber wir kannten sie auch schon vorher vom Sehen.</p>
<p><em>DC:</em> Sie waren an jedem Abend unterwegs und haben die Magazine in trendigen Restaurants verkauft. Jeder kannte sie. Und in einem schönen Café hatten sie ihr Depot. Im Basement deponierten sie die 500-600 Magazine und sie fuhren diese mit Mopeds rum. Die beiden waren Klassiker.</p>
<p><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Gibt es so etwas noch heute?</span></strong></p>
</div>
<p><em><br />
WM:</em> Ich glaube nicht. Das waren die 80er Jahre. Das gehörte zur analogen Zeit, wo noch alles mit der Hand gemacht wurde.</p>
<p><em>DC:</em> Das war auch eine anderen Zeit für die Zeitungen und Magazine. Es war sehr sehr wichtig, dass Du zum Beispiel in The Face Werbung gemacht hast und gesehen wurdest. Jeder Art Director hatte sie auf dem Tisch.</p>
<p id="d06a" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Mit select seid ihr so gesehen der Vorgänger von LinkedIn gewesen. Das analoge LinkedIn.</span></strong></p>
<p><em>WM:</em> Ja, so könnte man das sagen. Und wir waren alle Freunde unter den Herausgebern der verschiedenen Magazine. Man kannte sich und hat Editorials geschrieben über die anderen Zeitschriften. Wir hatten auch Kontakt nach New York zu Andy Warhol. Der hat uns immer Material geschickt und so etwas. Das war ganz gut. Wir hatten alle Respekt voreinander.</p>
<p><em>DC:</em> Wir waren wie so ein kleiner eingeschworener Club. Man rief sich gegenseitig an und fragte, wie hast Du Armani gekriegt als Anzeigenkunde? Kannst Du mir die Nummer geben? So was, weißt Du. Das war normal sich zu unterstützen.</p>
<p id="5ee0" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;">AW: In einer euren Ausgaben war eine Fotoserie mit der jungen Claudia Schiffer &#8211; Guess Jeans.</span></strong></p>
<p id="1dde" class="graf graf--p graf-after--p"><em>DC:</em> Genau. Diese Serie von Georges Massiano von Guess Jeans. Wir hatten dieses Hotel in Miami und er war da. Er hat dort ein Fotoshooting gemacht und plötzlich kam der Hurrikan Andrew. Massiano hat bis zum letzten Tag mit der ganzen Crew gearbeitet. Dann ist er schnellstmöglich mit seinem Privatjet abgereist und hat unsere englische Managerin mit Kind und Hund mitgenommen. Er hat unsere Angestellte evakuiert &#8211; sozusagen.</p>
<p id="76c5" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Ein Hotel in Miami?</span></strong></p>
<p><em>WM:</em> Ja. Wir hatten ja ein bisschen Geld mit den Magazinen verdient und ein Editorial über Miami Beach gemacht. Dort sahen wir diese ganzen Art Decó Gebäude, die so langsam verfielen. Die Fotografen hatten diese „Filmstadt“ bereits für sich entdeckt und waren schon vor Ort. Es war eine tolle Kulisse sowie die Architektur, das Wetter war ideal, es war nicht teuer und das Licht immer schön. Und da dachten wir: So, dieses alte, runtergekommene Dingen „Century“ kaufen wir. In der Lobby stand eine alte Cola-Maschine. Der schöne Terrazzo-Boden war verdeckt von einem widerlichen Teppich. So Auslegeware.</p>
<p><em>DC:</em> Es war ein Hotel für Shootings und Produktionen &#8211; quasi ein Production-Hotel. Du kriegst Frühstück um 6 Uhr morgens, Steamers und Co. Also alles, was Du brauchst für Fotoshootings. Man konnte bei uns wohnen und gleichzeitig arbeiten. Wir hatten auch eine Modelagentur „Clickmodels“ im Hotel als Mieter. Sie haben die Connection bei uns genutzt. Die Fotografen von select kamen alle zu uns. Teilweise konnte man in Miami Beach 200 Teams im Winter pro Tag sehen.</p>
<p><em>WM:</em> Das hat sich später etwas verlaufen. Denn es gab natürlich ganz viele andere Hotels, die Imitationen von uns waren und so eine Struktur aufbauten. Eigentlich waren wir auch schon eine Imitation, da vor uns zwei Hotels das so gemacht haben. Karl Lall und Leslie. Und dann fing das auch an mit diesen Newscafés. Der ganze Oceanbereich hatte sich verändert, wurde immer teurer und wir fanden es nicht mehr so doll. Wir hatten noch ein Restaurant neben unserem Hotel aufgemacht: den Beachclub mit Fullmoon-Partys. Wir waren in der Zeit immer zwischen New York, Miami und Deutschland unterwegs.</p>
<p><em>DC:</em> Wir sind ohne Ende gereist. Hin und her. Und man hatte ja kein Desktop-Publishing, sondern wir reisten mit Originalen der Fotos. Es gab auch kein Handy.</p>
<p><em>WM:</em> Man war dann in London mit der Mappe voller Fotos und stand in der Telefonzelle. Wenn man Pech hatte, hat man die Mappe dort vergessen, war als man es merkte schon zwei Busstationen weiter und hatte Glück, wenn sie noch da stand.</p>
<p><em>DC:</em> Das select war sehr viel Arbeit. The Manipulator war da ein bisschen eleganter. Und in der Zeit von select hat die Digitalwelt übernommen. Das hat mit Apple 2 C angefangen &#8211; mit Floppy Disc. Typesetting war woanders, man hat es in einem anderen Büro gemacht. Stefan hat alles im Querformat gescannt.</p>
<p id="8586" class="graf graf--p graf-after--p"><strong><span class="nicespan" style="box-shadow: 0 0 0 5px #71196f; background-color:#71196f; color: #ffffff;"> AW: Apropos Stefan. Wie habt ihr ihn kennengelernt?</span></strong></p>
<p id="5927" class="graf graf--p graf-after--p"><em>WM:</em> Er arbeitete in einer Lithographie-Firma. Daher kannten wir ihn auch. Dann haben wir ihn dort weggelockt und gesagt, dass er bei uns arbeiten könne. Wir hatten einen großen Lichttisch und da haben wir die Lithographie-Filme vom The Manipulator aufgeklebt mit Tesafilm. Das war eine lustige Zeit. Bis er irgendwann sagte, er müsse seine eigene Sache machen, ich kann das nicht mehr.</p>
<p id="6d4b" class="graf graf--p graf-after--p"><strong>Der 2.Teil dieses Interviews folgt am 03. April 2020 &#8211; ihr könnt euch schon darauf freuen. Es gibt da viele spannende Einblicke in die Kindheitstage und Details zu einer Grande Dame, die eine wichtige Rolle in dem Leben der beiden Künstler spielte.</strong></p>
<p id="492d" class="graf graf--p graf-after--p"><em class="markup--em markup--p-em">Interview/Text:</em> <a class="markup--anchor markup--p-anchor" href="mailto:hello@annawischermann.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-href="mailto:hello@annawischermann.de">Anna Wischermann</a></p>
<p id="c586" class="graf graf--p graf-after--p graf--trailing">#PrettyArtistPortrait #WilhelmMoser #DavidColby #TheManipulator #Select #SelectMagazine #Century #Hotel #Miami #PrettyOnPoint #Interview #AnnaWischermann #BehindTheScreens #PowerToThePupil #Düsseldorf #Postproduktion #Retouching</p>

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		<title>Zurück in die Zukunft</title>
		<link>https://prettyonpoint.de/zurueck-in-die-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[nic]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jul 2019 21:12:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[David Colby]]></category>
		<category><![CDATA[prettyonpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Select Magazine]]></category>
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		<category><![CDATA[Zurück in die Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Stefan Kranefeld. "Du hast letzte Woche eine Zeitreise gemacht. Dürfen wir an dieser besondereren Erfahrung ein wenig teilhaben? Sehr gerne. Im Loiretal wohnen und arbeiten langjährige gute Freunde von mir in einer 800 Jahre alten Mühle. David Colby und Wilhelm Moser."</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://prettyonpoint.de/zurueck-in-die-zukunft/">Zurück in die Zukunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://prettyonpoint.de">we are pretty on point</a>.</p>
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			<p><strong>AW: Du hast letzte Woche eine Zeitreise gemacht. Dürfen wir an dieser besondereren Erfahrung ein wenig teilhaben? Wohin ging es und warum?</strong></p>
<p>SK: Sehr gerne. Ich habe mich Sonntag auf den Weg nach Passavant-sur-Layon im Loiretal gemacht. Dort wohnen und arbeiten langjährige gute Freunde von mir in einer 800 Jahre alten Mühle. David Colby und Wilhelm Moser.</p>
<p><strong>AW: Die beiden Herren sind keine Unbekannten in der Kunst- und Verlagsszene. Kannst du kurz etwas zu jedem in drei Sätzen sagen?</strong></p>
<p>SK: Die beiden haben in den 80ern zwei wegweisende Magazinformate entwickelt und auf den Markt gebracht. Das „Select-Magazin“, welches gerade in der Vor-Internet-Zeit bedeutungsvoll war und „The Manipulator“, ein großformatiges Magazin über Kunst, Fotografie, Kultur und Mode, das auch heute noch zu besonderen Anlässen erscheint und nichts an seiner Faszination verloren hat. Willy ist ein international anerkannter Künstler, Fotograf, Filmemacher und Maler. David ist ein Buchautor, Schreiber, intelligenter Denker und Konzeptioner. Beide sind wunderbare Menschen, denen ich sehr vertraue.</p>

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			<p><strong>AW: Wie haben sich eure Leben überkreuzt? Nehme uns ein Stück mit in eure erste Begegnung.</strong></p>
<p>SK: Das ist eine halbe Ewigkeit her. Ich habe 1981 bis 1984 eine Ausbildung als Farbenlithograph gemacht. Ich weiß gar nicht, ob es diesen Beruf noch gibt. (lacht) Dort tauchten immer wieder zwei interessante Typen auf und ließen Reproduktionen von unglaublich faszinierenden Fotos anfertigen. Nach meiner Ausbildung fragten sie mich, ob ich Lust hätte für sie zu arbeiten. Ich brauchte für diese Entscheidung ungefähr eine Millisekunde. (lacht)</p>
<p><strong>AW: Was hat dich von Anfang an, an den beiden fasziniert und wie sehr haben sie Dich beeinflusst?</strong></p>
<p>SK: Die beiden führten ein (Berufs-) Leben, das ich so in der Form noch nicht kannte. Durch die Magazine waren sie in der Lage, ein sehr außergewöhnliches Leben zu führen: Sie waren immer an neuen Orten mit interessanten Menschen. Ganz abgesehen von den künstlerischen Eindrücken und Impulsen, die sie dadurch täglich hatten. Nich selten kam ich morgens ins Büro und das Ganze war über Nacht zum Maleratelier umfunktioniert worden, da Willy spontan ein neues seiner 3x4m großen Gemälde erschaffen hatte. Ich kam aus einer anderen Welt. Diese Erfahrung war für mich wichtig, um mich aus meiner damals doch sehr eindimensionalen Denkweise zu befreien.</p>
<p><strong>AW: Wie fühlte es sich an nach all den Jahren dort gemeinsam Wein zu trinken, in der Vergangenheit zu schwelgen und das Archiv zu durchstöbern?</strong></p>
<p>SK: Einerseits unwirklich, da ich nun wieder Fotos in den Händen hielt, die ich das letzte Mal 1986 gesehen hatte. Andererseits spannend, da ich viele alte Motive entdeckt habe, die ich bis dato noch nicht zu Gesicht bekommen hatte. Alles in allem waren die Momente in der Mühle sehr vertraut und schön.</p>
<p><strong>AW: Welche Geschichte möchtest du spontan mit uns teilen?</strong></p>
<p>SK: Wir haben am Montagmorgen eine Ausstellung in einem nahe gelegenen Schloß besucht. Ein Ausstellungsstück war ein im Boden eingelassener Spiegel. Das war für David und Willy eine klare Aufforderung Blödsinn zu machen und ihr inneres Kind frei zu lassen. Wir sind auf dem Spiegel rumgekrochen und haben uns gegenseitig fotografiert. Die werden eben nie erwachsen und das ist gut so. Zwei kreative Peter Pans mit einem unstillbaren Durst nach Freiheit und Leben.</p>

		</div>
	</div>
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			<p><strong>AW: In diesen Tagen habt ihr einiges entwickelt und beschlossen. Gibt es bereits Dinge, die spruchreif sind und an dieser Stelle veröffentlicht werden dürfen?</strong></p>
<p>SK: Nachdem ich gesehen habe, was für Schätze in diesem Fotoarchiv liegen, haben wir intensiv darüber nachgedacht gemeinsam etwas daraus zu machen. Die Zusammenarbeit in Bezug auf den „The Manipulator“ gibt es sowieso schon Ewigkeiten und bei dem neuen Fotomagazin kann die Mithilfe der beiden sehr fruchtbar sein.</p>
<p><strong>AW: Was ist der wesentliche Unterschied von „The Manipulator&#8220; und dem neuen Fotomagazin?</strong></p>
<p>SK: „The Manipulator“ ist basic. Gedruckt auf Werkdruckpapier, großformatig. Er ist perfekt, wie er ist und sollte nicht verändert werden. Das neue Fotomagazin wird in seinem Erscheinungsbild vielseitiger, experimenteller und intermedial. Ich kann jetzt noch gar nicht sagen, was uns da noch einfallen wird. Aber überall da, wo man uns sagt “das geht nicht“ oder “das wird zu teuer“ wird es für uns interessant und wir fuchsen uns noch mehr rein.</p>
<p><strong>AW: Eine Kooperation dieser zwei Welten klingt spannend. Wie wird diese &#8211; in groben Zügen gesagt -aussehen?</strong></p>
<p>SK: Die Magazine sind zu unterschiedlich, um sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Möglicherweise gibt es gemeinsame Präsentationen oder mal eine Party. Das wäre mir ein Fest!</p>
<p><strong>AW: Worauf freust Du Dich am meisten als Herausgeber dieses neuen Herzensprojektes? Die Reisen? Die weinseligen Abende? Die besonderen Menschen auf dem Weg?</strong></p>
<p>SK: Auf all das. Auf die Zusammenarbeit mit meinem Partner Jan Wischermann und dem ganzen Team. Aber besonders freue ich mich auf den Moment, wenn ich in der Druckerei das erste fertige Magazin in Händen halte.</p>
<p>Text: Stefan Kranfeld, Anna Wischermann<br />
Fotos: Stefan Kranefeld</p>

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			<p>we are pretty on point – changing the retouching game since 1994.</p>
<p>#ZurückInDieZukunft #TheManipulator #SelectMagazine #WilhelmMoser #DavidColby #Vertrauen #Spezialisten #NeuesFotoKunstMagazin #PrettyOnPoint #Fotografie #Retusche #HighEndRetouching #Inspiration</p>

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